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Erfahrungsbericht

Den folgenden Erfahrungsbericht haben wir von einer Bewerberin des BKAs zugesendet bekommen. Die Bewerberin hat uns netterweise erlaubt den Bericht anonym zu veröffentlichen um anderen Bewerbern damit zu helfen 🙂


 

Meine Bewerbung

Ich habe im Mai 2018 das zweite juristische Staatsexamen absolviert. Da ich die Schwerpunkte während meiner Ausbildung schon immer im Bereich Strafrecht und Kriminologie gesetzt habe, hat die Stellenanzeige vom BKA bei mir ein sehr großes Interesse geweckt. Es wurden Volljuristen für den höheren Dienst sowohl in der Verwaltung als auch im Vollzug gesucht. Ich habe mich auf die beiden Positionen beworben, sodass ich nach Ablauf der Einweisungszeit in die Vollzugslaufbahn zur Kriminalrätin und in die Verwaltungslaufbahn Regierungsrätin ernannt worden wäre. Die Bewerbungsfrist war Ende Juni, meine Bewerbungsunterlagen habe ich ein paar Tage vorher abgeschickt.

Meine Bewerbung erfolgte im Nachhinein jedoch etwas „ins Blaue hinein“, d.h., Ich habe mich vorher gar nicht erkundigt, wie so ein Auswahlverfahren beim BKA abläuft, und mich erst nachdem ich die Unterlagen bereits abgeschickt habe, hauptsächlich auf verschiedenen Internetseiten, umfassend informiert. Ziemlich schnell war mir dann klar, dass ich – so wie alle andere Polizeianwärter – nach Vorauswahl meiner Bewerbung das gesamte übliche Auswahlverfahren, d.h., psychodiagnostischer Test, Assessment-Center und Sporttest (dieser allerdings nur bei der Vollzugslaufbahn) durchlaufen musste. Obwohl ich noch keine Einladung bekommen hatte, fing ich trotzdem gleich am Anfang Juli mit dem Üben zum schriftlichen Auswahlverfahren an.

 

Meine Vorbereitung

Zunächst bin ich in die Bibliothek gegangen und habe mir alle einschlägigen Bücher von Hesse/Schrader ausgeliehen. Aber auch im Internet habe ich einige kostenlose Übungstests gefunden. Und da ich wusste, dass ich nicht viel Zeit haben werde, habe ich von da an wirklich sehr intensiv jeden Tag die verschiedenen Testaufgaben geübt. Gerade bei den Matheaufgaben gab es viel Wiederholungsbedarf, denn mein Schulabschluss liegt schon etwas zurück. Mitte Juli wurde ich dann per E-Mail tatsächlich zum schriftlichen Auswahlverfahren in Wiesbaden eingeladen. Der Termin war also schon in 1,5 Wochen. Von da an habe ich natürlich noch intensiver geübt. Nach der Einladung habe ich auch ein Kundenkonto auf Plakos Akademie erstellt und mir den Einstellungstest Online-Testtrainer XXL im Internet bestellt. So konnte ich auch in der Zeit, in der ich unterwegs war, über mein Smartphone die Testaufgaben lösen. Insgesamt hatte ich aber nur etwa 3,5 Wochen zur Vorbereitung. Zum Sporttest habe ich allerdings noch nicht trainiert. Da ich auch so ziemlich sportlich bin, habe ich mir nur wegen den Klimmzügen richtig Sorgen gemacht. Die wollte ich aber nur dann üben, wenn ich wirklich weiter komme.

 

Das Auswahlverfahren

Der Testtag begann um 7:30 Uhr und fand im Hauptgebäude des BKA in Wiesbaden statt. Bewerber, die wie ich von weiter weg gekommen waren, konnten in der Stadt im selbst ausgewählten Hotel übernachten. Die Hotel- und Reisekosten wurden jedoch nur bis zum einen bestimmten Betrag erstattet. In einem Vorraum begegnete ich dann auch zum ersten Mal meinen Mitbewerbern. Wir waren eine Gruppe aus etwa 50-55 Teilnehmern, einige von denen waren bereits seit mehreren Jahren als Juristen voll im Berufsleben. Fast alle waren sehr schick und seriös angezogen, die Stimmung insgesamt war etwas angespannt. Ich war komischerweise gar nicht so aufgeregt, sondern bin gleich mit mehreren Mitbewerbern ins Gespräch gekommen und habe mich sehr nett unterhalten. Nach einem kurzen „Hallo“ seitens der drei Mitarbeiterinnen des BKA von der Personalgewinnung haben wir alle einen Hausausweis bekommen und wurden gemeinsam zum Prüfungsraum begleitet, indem wir dann alle am zugewiesenen PC-Platz nahmen. Danach beschrieb eine der Mitarbeiterinnen kurz den Tagesablauf und erklärte uns den darauf folgenden Test. Das schriftliche Auswahlverfahren bestand insgesamt aus drei Teilen, die teils schriftlich und teils am Computer durchgeführt wurden.

 

Teil 1: Das Lesen und Auswerten von Grafiken, Tabellen und Diagrammen.

Dieser Teil wurde schriftlich in Papierform bearbeitet. Alle Bewerber haben ein Aufgabenheft und ein Lösungsblatt bekommen, es mussten ca. 25 Aufgaben in 40 Minuten bearbeitet werden. Zu jeder Aufgabe waren vom Aufgabensteller mehrere verschiedene Aussagen getroffen worden. Unsere Aufgabe war es diese Aussagen zu bewerten, d. h. zu analysieren, ob diese zutreffend waren oder nicht. Die Aussagen mussten sehr genau gelesen werden, denn diese waren oft gezielt irreführend (doppelte Verneinung usw.) formuliert. Der Test an sich war inhaltlich nicht besonders schwierig, wobei die Aufgaben doch zunehmend komplizierter wurden. Das eigentliche Problem war, wie so oft, die Zeit. Ich habe leider nicht alle Aufgaben in der vorgegebenen Zeit lösen können.

 

Teil 2: Matrizen

Dieser Testteil erfolgte am PC. Zunächst erhielten wir genaue Anweisungen für das korrekte Bearbeiten des Tests und die Handhabung des Programms. Nach ein paar Übungsaufgaben ging es dann auch schon los. Es gab insgesamt 38 verschiedene Aufgaben und wir hatten je Aufgabe ca. 80 Sekunden (vielleicht waren es auch 90, so oder so – viel zu wenig) Zeit. Diesen Testteil fand ich persönlich am schwierigsten, denn nach den ersten 2 – 3 noch relativ einfachen Aufgaben wurden die Matrizen zunehmend komplizierter. Einige Matrizen hatten bis zu 6 verschiedene Systeme. Man hatte auch keine Lösungsvarianten, sonder sollte das fehlende Element selbst „basteln“. Dazu konnte man per Mausklick verschiedene Elemente in das fehlende Feld einführen, bis die Matrix komplett war. Die Zeit hat bei den letzten Matrizen einfach überhaupt nicht mehr ausgereicht. Selbst wenn man die Hälfte der Systeme zutreffend erkannt hat, wurde die ganze Aufgabe als „falsch“ bewertet, wenn die 80 – 90 Sekunden vorbei waren und die Lösung nicht komplett. Wenn die Zeit für die jeweilige Aufgabe abgelaufen war, kam sofort die nächste und die bisherige Lösung ging verloren.

 

Teil 3: Verschiedene Testaufgaben

Nach etwa 45 Minuten Pause, die wir im Garten oder in der Kantine verbringen konnten, begannen wir mit dem letzten Testteil. Auch dieser Teil wurde computerunterstützt durchgeführt, dauerte etwa 90 Minuten und umfasste verschiedene (ca. 9) Abschnitte mit je 20 Fragen. Ich kann mich an die folgenden Aufgabentypen erinnern:

  • Grafikanalogien,
  • Würfel,
  • Rechenzeichen einführen (zwischen drei Werten mussten zwei Rechenzeichen eingefügt werden, um so ein vorgegebenes Ergebnis zu erreichen),
  • einfache Grundrechenarten,
  • Zahlenreihen,
  • Wortanalogien,
  • den gemeinsamen Oberbegriff finden,
  • Sätze sinnvoll vervollständigen (die möglichen Antworten waren vorgegeben) und
  • Mosaike (anhand von Mosaikteilen sollte entschieden werden, welche der 5 gegebenen Figuren sich damit konstruieren lässt).

Vor jedem Aufgabentyp gab es vorher ein paar Übungsaufgaben. So konnte jeder selbst entscheiden, wann er mit dem jeweiligen Aufgabentyp anfangen möchte. Zur Bearbeitung brauchte man sowohl die Maus als auch die Tastatur (bei den Matheaufgaben). Bei allen Aufgaben durfte man ein Schmierpapier für eigene Notizen benutzen, bei Bedarf wurde noch mehr Papier ausgehändigt. Das Benutzen eines Taschenrechners war selbstverständlich nicht gestattet. Diese Aufgaben fand ich persönlich nicht so schwer, auf diese konnte man sich mit den Büchern von Hesse/Schrader, aber auch mit dem Programm von der Plakos Akademie bestens vorbereiten. Einige Fragen wurden sogar eins zu eins abgefragt.

 

Der Abschluss des ersten Testtags

Dann war der Testtag auch schon vorbei und wir hatten eine ca. 40-minütige Pause. Zu meiner großen Überraschung gab es keine Aufgaben zu Rechtschreibung/Zeichensetzung/Grammatik, es wurde auch kein Allgemeinwissen abgefragt. Aufgaben zur Fremdsprache fehlten ebenfalls.

Nach der Pause wurden wir alle zurück in den Testraum gerufen und erfuhren, wer von uns weitergekommen ist und wer nicht. Von etwa 55 Bewerbern sind lediglich 6 Bewerber weitergekommen. Ich gehörte leider nicht zu denen. Es wurden nur diese Namen aufgerufen, die zum Assessment-Center weitergekommen sind. Darüber hinaus, also über das genau erzielte Ergebnis im schriftlichen Auswahlverfahren erhielt man jedoch kein Feedback.

Die Bewerber konnten das Ergebnis aber jeweils im Nachhinein telefonisch erfahren. Ich habe dieses Angebot allerdings nicht wahrgenommen, weil ich mir schon denken konnte, warum der Test bei mir nicht so gut lief. Ich habe viel zu lange nachgedacht und dadurch zu viel Zeit verloren. Zudem habe ich einige Systeme bei den Matrizen einfach nicht erkannt. Dabei war ich gerade in diesen Aufgaben beim Üben ziemlich gut. In den Testbüchern und auf den Internetportalen hatten die Aufgaben aber ein deutlich niedrigeres Niveau, sodass meine Selbsteinschätzung in dem Bereich leider nicht so ganz zutraf. Es wurden aber auch Führungskräfte für den höheren Dienst gesucht, einfach nur schlau sein, reicht da also leider nicht.

Ich hoffe, ich kann mit meinem Erfahrungsbericht den zukünftigen Bewerbern ein wenig Angst nehmen. Alles in allem war das nämlich eine sehr interessante Erfahrung und ein bisschen Gehirntraining hat mir sicherlich auch nicht schlecht getan. Viel Erfolg für alle!


[Es handelt sich hierbei um einen echten Erfahrungsbericht eines Bewerbers. Bitte bedenkt, dass sich die Angaben ändern können und somit keine Gewähr für die Richtigkeit der Inhalte übernommen werden kann.]

August 2018